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Ein Tête-à-Tête mit Constantia Glen in Südafrika
Das Weingut wird mit zwei neuen Rotweinen im Bordeauxstil aus der kühlen Constantia Weinbauregion debutieren- September 2009

Es gibt die Theorie, dass die besten Weine an der äußersten Grenze einer Anbauregion gemacht werden. Begibt man sich auf die Grenze der Region, in der eine bestimmte Sorte reifen kann, kann man die besten Weine herstellen -

 


so wurde Mourvèdre von Beaucastel, zum Beispiel, an der Nordgrenze der Süd-Rhône angepflanzt oder der Cabernet Sauvignon in den Santa Cruz- oder Dunn-Bergen Kaliforniens. Nun wird Constantia Glen in Südafrika diese Theorie ebenfalls auf die Probe stellen.

Constantia Glen ist in der Weinbauregion Constantia, Südafrika, gelegen, einem kühlen Fleckchen südlich von Kapstadt. Das Weingut startete mit seinem 2005er Jahrgang seine erste kleine Produktion von Sauvignon Blanc, einem Wein, der seither mit jedem Jahrgang an Qualität gewonnen hat (der 2007er war ausgezeichnet und der 2008er wird im November auf dem amerikanischen Markt erscheinen). Ich traf mich heute mit dem Eigentümer Gus Allen und dem Kellermeister Karl Lambour hier im Büro, um von ihnen über die jüngsten Entwicklungen des Weinguts zu erfahren, welches eine neue Richtung einschlaegt.

Der Sauvignon Blanc wird im Portefeuille Constantia Glens erhalten bleiben, aber es werden zwei weitere Rotweine des 2007er Jahrgangs hinzukommen. Die Farm selbst, ein 60 Hektar großes Grundstück, von dem 29 Hektar mit Reben bepflanzt sind (1 Hektar = 2.47 Morgen), hat 80% seiner Fläche mit Rotweinsorten bepflanzt und nur 20% mit Weißweinsorten. Doch ist es der rötliche Hang, den anderen Weinhängen Constantias fast gegenüber gelegen, der aufhorchen laesst.

Die Farm ist in einem Talsattel gelegen, der sich an der gegenüberliegenden Seite der meisten anderen Weingüter Constantias befindet (in dieser Weinbauregion gibt es nur acht produzierende Weinfarmen). Diese einmalige Lage gibt den Weinbergen zweieinhalb Stunden mehr Nachmittagssonne – ein enormer Unterschied im Weinbau! Die Farm ist folglich ein warmes Fleckchen inmitten einer kühlen Region, die ansonsten an der Grenze der Reifefähigkeit liegt.

Die zwei neuen Rotweine entsprechen etwa dem „linke Seite/rechte Seite-Bordeaux-Modell: Der 2007er Constantia Saddle kombiniert Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot zu einem Cuvee im Stil St.Emilions. Insgesamt wurden 2 200 Kisten gemacht und der Wein sollte im Einzelhandel zu ca. $45 verkauft werden.

Parallel dazu werden etwa 1 000 Kisten vom 2007er Constantia, dem Flaggschiff-Wein des Weinguts, gemacht. Dieser Cuvee aller fünf Bordeaux-Sorten soll im Einzelhandel zu $65 pro Flasche verkauft werden: 32% Merlot, 27% Cabernet Sauvignon, gesunde 18% Malbec und je 11.5% Cabernet Franc und Petit Verdot.

Beide Weine alterten etwa 14 Monate in Fässern zu 100% aus neuer französischer Eiche – ein Zeitrahmen, der vielleicht ein wenig ehrgeizig erscheinen mag, zumal diese Rotweine aus einer kühlen Region stammen. Doch verwendete Lambour 500l-Fässer im Alterungsvorgang, um den fassähnlichen Einfluss einer zweiten Füllung zu erzeugen (im Verhältnis mehr Wein und weniger Holz als in 225l-Fässern), einem Ansatz, der es dem Weingut auch möglich machte, keine gebrauchten Fässer aus dem Ausland kaufen zu müssen, was wiederum das Risiko von Hefepilzen und anderen Problemen senkte.

Ich bin gespannt, wie diese Weine sich machen werden... Die Constantia-Weinbauregion hat wirklich gute Sauvignon Blancs und Spätlesen hervorgebracht, mit Buitenverwachting und Klein Constantia an der Spitze. Die Rotweine dieser Region sind jedoch eher schwach. Aber genau deshalb wollen wir ja die Theorien auf die Probe stellen...

 

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